Was fehlt Ihnen zum Glück?

Mit Erscheinen meines Debütromans Ein letztes Mal wir werden die einen oder anderen bestimmt meinen Namen googeln und sich über meine Person informieren wollen. Heute beantworte ich deshalb die Fragen aus dem berühmten Fragebogen von Max Frisch (1966):
1. Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?
Nein, ich bin mir nicht sicher.
2. Warum?
Einerseits hat der Mensch eine Verantwortung für die Welt, auf der er lebt. Und ich übernehme die Verantwortung, solange ich hier auf der Erde bin. Andererseits: Was kümmert mich, wie die Welt aussieht, wenn ich eines Tages nicht mehr bin? Die Dinosaurier haben die Welt 170 Millionen Jahre lang beherrscht. Für sie war es irgendwann auch vorbei. Ich denke, wir Menschen nehmen uns viel zu wichtig.
3. Wie viele Kinder von Ihnen sind nicht zur Welt gekommen durch Ihren Willen?
Ich habe keine Kinder. Diese Frage ist seltsam.
4. Wem wären Sie lieber nie begegnet?
Bisher bin ich mit allen klargekommen. Es gibt aber bestimmte Menschen, von denen ich weiß, dass ich ihnen nie begegnen möchte.
5. Wissen Sie sich einer Person gegenüber, die nicht davon zu wissen braucht, Ihrerseits im Unrecht und hassen Sie eher sich selbst oder die Person dafür?
Nein.
6. Möchten Sie das absolute Gedächtnis?
Nein, das wäre ein Alptraum. Es ist gut und gesund, dass manche Dinge in Vergessenheit geraten.
7. Wie heißt der Politiker, dessen Tod durch Krankheit, Verkehrsunfall usw. Sie mit Hoffnung erfüllen könnte? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?
Keiner ist unersetzbar. Ein Idiot findet sich immer.
8. Wen, der tot ist, möchten Sie wiedersehen?
Meinen Bruder. Er ist 2014 an Krebs gestorben.
9. Wen hingegen nicht? 
Wie bereits erwähnt: bisher bin ich mit allen klargekommen.
10. Hätten Sie lieber einer anderen Nation (Kultur) angehört und welcher?
Wünschenswert wäre es, Begriffe wie Kultur oder Nation ganz abzuschaffen und ein wenig offener zu denken. Ansonsten wäre ich gerne Teil der Zauberwelt Harry Potters, aber ich leider bin doch nur ein Muggel. Jedi-Ritter wäre auch ganz cool.
11. Wie alt möchten Sie werden?
Das entscheide ich spontan.
12. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit? Ja oder Nein.
Nein.
13. Warum nicht, wenn es Ihnen richtig scheint?
Die Kunst liegt darin, die Mehrheit dazu zu bringen, das zu wollen, was man selbst als richtig erachtet. Dann gibt es auch keine Widerstände.
14. Hassen Sie leichter ein Kollektiv oder eine bestimmte Person und hassen Sie lieber allein oder im Kollektiv?
Ich hasse grundsätzlich nicht.
15. Wann haben Sie aufgehört zu meinen, dass Sie klüger werden oder meinen Sie’s noch? Angabe des Alters.
Ich werde 33 und bin immer noch der Meinung, mit jedem Tag klüger zu werden.
16. Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik?
Ich kann sehr überzeugend sein.
17. Was, meinen Sie, nimmt man Ihnen übel und was nehmen Sie selbst übel, und wenn es nicht dieselbe Sache ist: Wofür bitten Sie eher um Verzeihung?
Ich nehme es den Leuten übel, wenn sie unehrlich sind. Andere nehmen wir wohl übel, dass ich nie Zeit habe. Dafür entschuldige ich mich oft.
18. Wenn Sie sich beiläufig vorstellen, Sie wären nicht geboren worden: beunruhigt Sie diese Vorstellung?
Nein. Ich würde es ja nicht wissen.
19. Wenn Sie an Verstorbene denken: wünschten Sie, dass der Verstorbene zu Ihnen spricht, oder möchten Sie lieber dem Verstorbenen noch etwas sagen?
Ich würde ihn sprechen lassen. Nur schon, um wieder seine Stimme in meinen Ohren zu haben.
20. Lieben Sie jemand?
Ja.
21. Und woraus schließen Sie das?
Ich würde für sie mein Leben opfern.
22. Gesetzt den Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht, wie erklären Sie es sich, dass es dazu nie gekommen ist?
Ich hatte bisher noch nie einen Grund dazu. Menschen töten jeden Tag andere Menschen. Es wäre dumm von mir anzunehmen, ich sei ethischer, emphatischer, besser. Oder gar selbstbeherrschter. Ich kann mir durchaus Situationen vorstellen, in denen ich bereit wäre, einen Menschen zu töten. Um es mit Stephen King zu sagen: „Monsters are real, and ghosts are real. They live inside us and sometimes they win.“ Wer sich diese dunkle Seite nicht eingesteht, hat Angst vor der Wahrheit.
23. Was fehlt Ihnen zum Glück?
Eine bequeme Matratze.
24. Wofür sind Sie dankbar?
Dafür, dass ich bestimmte Menschen kennenlernen durfte. Und für meinen Verstand.
25. Möchten Sie lieber gestorben sein oder noch eine Zeit leben als gesundes Tier? Und als welches?
Ich wäre manchmal gern meine Katze. Sie ist gesund, niedlich und zahlt keine Miete.

Ein Gedanke zu “Was fehlt Ihnen zum Glück?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s